Donnerstag, 22. Mai 2008

Und der Tag hat so gut angefangen...

... und nahm so ein jähes Ende...
Heut kann ich euch von meinen ersten negativem Negativerlebnis berichten:
Nachdem ich Montag mein letzten Eintrag schrieb, setzte ich mich in die Busstation, wartend auf die Abfahrt, als plötzlich die Nachricht kam es gäbe Strassensperren und kein Bus fährt. Weil ich aber wegen meim Anschlussflug nach Paraguay spätestens Dienstag Abend in Lima sein musste suchte ich verzweifelt mit Hilfe nach anderen Bussen. Die fand ich nicht und so entschloss ich mit dem Flieger in die Hauptstadt zu gelangen. Also Geld zurückfordern in der Busstation, Gepäck aus der Annahme zurückholen, an die Strasse stellen mit Koffer Rucksack und einem Plastiksack mit Erinnerungsstücken, Käse und par Klamotten die ich allesamt in Lima bei ner Bekannten lassen wollte weil ich sie in Paraguay nicht brauch. So steh ich da an der Strasse, schau nach links nach rechts aber nicht zu meinem Gepäck... ....und dann wars auch schon passiert. Als ich mein Sack wieder packen wollte griff die Hand ins Leere... Irgendwer hat während ich dort wartend stand meine Sachen geklaut... Ich bin froh dass in dem Sack nix Wichtiges wie Geld, Ausweis, Bücher war, sondern nur Dinge die man mit Geld schnell wieder ersetzen kann. Ist zwar auch nicht angenehm, aber ohne Reisepass ständ ich schon noch viel dümmer da.
Mit irgendwelchen obskuren Gestalten die mir dann ihre Hilfe anboten fuhr ich zum Ticketkauf ins Reisebüro der Fluglinie und bekam tatsächlich nen Platz am Fenster am Dienstag in der Früh. Auf Rat des, für mich naiven Dorfboyz, vertrauenserweckenden Taxidrivers schlief ich nich im gleichen Hotel wie der strange guy, der mich bis dato begleitete, sondern im Häuschen eines netten alten Herrn, den ganzen Abend nachdenkend wie mir jemand was klaun konnte, wo ich doch so vorsichtig bin...
Gut, der Rest verlief planmässig, wenn ich mit den Erfahrungen im Nacken und gesteigerter Vorsicht. Der Flug war wundervoll, über die Anden, vorbei an den schneebedeckten Cordillera Blanca, neben mir n argentinischer Chemiker mit Frau und Hang zum Hobby Landwirtschaft und Käse-Machen, "prima" Frühstück usw.
In Lima nahm ich erstmal n seriöses Taxi ans andere Ende der Stadt (ca. 8€) um die Dame zu besuchen die mir das Praktikum in Peru vermittelte. Während der Fahrt entwickelte sich der ach so seriöse Taxista zum richtigen Scherzkecks! Prima.
Universität ankucken Chifa, asiatisch, essen und im Micro zurück zum Flughafen (ca. 50Cent), mit ner Israelitin plaudern, die wie die meisten Mädels in Israel, 2 Jahre Militärdienst leistete und das ganz voll spassig fand und sich immer wieder auf die Übungen freut, die auch jetzt noch ab und zu mal stattfinden, weils voll lustig ist ihre ganzen Freundinen ausm Militär zu treffen...
Flieger nach Buenos Aires, Flieger nach Asunción, herrliches Wolkenmeer unter uns... Ich bin überwëltigt. Kurz warten und dann mit Luxusbus ins fünfeinhalb Stunden entfernte Encarnación fahren mit nem Professor der Archäologie aus Charleston, der ganz kindlich begeistert is von den Schätzen Perus und mir eindrücklich klar machte, dass Professoren immer am längeren Hebel sitzen, und wenns so weit kommt auf jeden Fall Rache nehmen werden an ihren Studenten, welche er durchaus auch ab und zu mal hasst!!! Ansonsten Prima-Kerl! Geniales Gespräch!
Und dann hat mich tatsächlich, nach der Fahrt durchs platte Land mit Palmen, Mandarinenbäumchen, roter Erde und 25Grad, der Herr Dickel mit seim Sohn Roland am Busbahnhof in deutscher Sprache begrüsst und erklärt, dass hier, in ihrem Dorf sehr viele Menschen deutsch sprechen, auch gibts Italiener, Bulgaren, Franzosen, usw. alle mit Vorfahren die Anfang 20. Jahrhundert nach Paraguay ausgewandert sind um n neues Leben zu beginnen. Trotzdem ist die Sprache im Dorf Spanisch, aber innerhalb der Familie wird deutsch gesprochen. Es gab gleich mal Fernsehen - Fussballspiel ohne Ton und nebenher plaudern über dies und das und natürlich den obligatorischen Mate, allerdings in kalt, also mit Eiswasser aufgegossen...daran muss ich mich erst noch gewöhnen...
So richtig gesprächig ist die Familie irgendwie nich... naja, das wird schon noch irgendwie werden... is ja erst der erste Tag. Aber das Essen war schon mal hervorragend! Mit Wurscht und Auflauf mit Hackfleisch und Marmelade usw. Auch das Haus ist eingerichtet und mit Grusch bestückt wie n gutes unsortiertes Grossfamilienhaus bei uns! Kein Vergleich zu den Umständen in Peru. Es gibt PC, INternet, Telefon, Warmwasser, Trinkwasserreinigung, gepflasterten Hof, eigenes kleines Boot, WebCam, Weltkarte, süsses Hündchen, Kühlschrank, Dusche, Toyota-Geländewagen, viel bessere Strassen, riesen Supermarkt usw. Auch ne evangelische Kirche gibts mit nem neuen Pfarrer aus Deutschland!!! und alle zwei Wochen Gottesdienst... -ich muss weg, die Familie nimmt mich kurz mit ins Zentrum, bis der Papa vom Zahnarzt wieder kommt und wir nach dem Mittagessen zur 80km entfernten Farm fahren, wo ich den Rest der Woche mit den Angestellten verbringen werde!
Adele, bis nächste Woche,
der Michael

Keine Kommentare: