...mir gehts gut!
Hier noch mehr Informationen zu meinem neuen Praktikumsbetrieb in Paraguay:
Primero: meine gute Chefin kocht hervorragend! Noch dazu backt sie Schokokuchen und sogar mitten unterm Jahr gigantische Plätzchen!!!
So, das war das Wichtigste.
Der Betrieb hier is auch sehr erfolgreich. Vor ca. 35 Jahren hat der Duti (mi jefe) angefangen mit Land kaufen ca. 80km ausserhalb von seinem Hauptwohnort Obligado. Mittlerweile besitzt er ca. 550ha und baut im Direktsaatsystem Hafer, Mais, Mais, Soja, Weizen, Soja und Sonnenblumen an. Als ausserordentlichen Standortvorteil gegenüber Deutschland könnte man das Klima anführen, welches es erlaubt zweimal im Jahr zu ernten, bzw. in 3 Jahren 7mal! Selbst im Winter geht die Temperatur selten mal unter null Grad und so haben wir jetzt ein Wetter vergleichbar mit nem schlechten deutschen Sommer. Ausserdem stehen noch ca. 400 Kühe rum.
Ich verbringe die Woche meist im Häuschen neben den Maschinenhallen und komme nur am Wochenende mit runter ins Dorf. Meine Zeit verbringe ich dann mit den einheimischen Angestellten, von denen die meisten stundenweise für den Duti arbeiten. Alles sehr lustige Gesellen. Einige sprechen aber nur Guaraní, die Indigenensprache. Wir haben schon Soja geerntet, Weizen und Hafer gesät, gedüngt, siliert usw. Alles sehr interessant und lehrreicher als in Peru, da ich mein Chef alles fragen kann und seine Antworten auch verstehe und nicht nur einfach so nicken tu…
Auch is die Family sehr grosszügig. So nehmen sie mich überall mit hin. Z.B. zur 96-Jahr-Feier der Gemeinde Obligado. Dort gabs, ich hab gedacht ich spinn, Tanzvorführungen in deutschen Trachten, zu deutscher Bierzeltmusik! Mal schaun, vielleicht kann ich irgendwie den Video reinstellen… Ja das is auch so ne Besonderheit des Departamentos Itapua, es is nicht nur ne sehr reiche und fruchtbare Region, sondern es gibt auch sehr viele europäische Einwanderer. Auch aufm Erntedankfest gestern gabs etliche Jugendlich die deutsch sprechen. Das hat das Volleyballspielen natürlich deutlich vereinfacht! Auch gegrillt haben wir dort. Wobei die Grills hier schon auch n bischen andere Massstäbe haben als zuhause!
Richtig prima war auch der Ausflug zu den Ruinen einer alten Jesuiten-Reducción, von vor 500 Jahren.
Und einen Sonntag haben wir so richtig verschwendet… Wie genial war der Tag! Sonnenschein von früh bis abends, wir sind auch sehr zeitig aufgestanden, hätten nen prima Ausflug machen können oder ne Radtour oder sonst irgendwas! Und was will der Chef und sein Sohn? Bäh, Angeln sind wir gegangen! Ohne Witz, 10 Stunden zu dritt nahezu stumm auf dem kleinen Böötchen, immer nur ins Wasser starren oder zu den andern Fischern gaffen ob die nich endlich mal was fangen und dann in der ganzen Zeit nicht nen einzigen Fisch erwischt. Was für ein verschwendeter Tag… …naja, ganz verschwendet auch nicht. Weil der Chef hat 8 dicke Buga gefangen und die gabs am Abend auch gleich zum Speisen. Das hat dann dieser Erinnerung doch noch irgendwie nen Positiv-Mantel übergezogen…
Sonst is hier alles wie für mich gemacht. Ich überarbeit mich nicht, lern aber viel und lern auch Leute kennen und das Land auch n bischen.
Trotz Allem was mich hier so an Deutschland erinnert und mich heimisch fühlen macht freu ich mich noch immer auf Zuhause. Freunde und Familien kann man halt doch nicht so einfach ersetzen…
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